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  • Claudia Brunner

Brain Health – Neuigkeiten zur Vorsorge

Die letzten Jahre war ich im Dauerstress!


Wie ganz vielen anderen, ging es bei mir während des Lockdowns drunter und drüber. Alle 3 Kinder den ganzen Tag zuhause. Je nach Alter Homeschooling oder stillen und spielen.

Arbeiten musste ich auch wieder anfangen (selbstverständlich von zu Hause, wo auch sonst) und dazu ging mein Studium weiter, und genau darum geht es mir heute.


Letztes Jahr hatte ich mich entschieden noch ein Master-Studium in Psychologie zu beginnen. Das Thema hatte mich schon immer fasziniert und dank Corona (Ja, manchmal gibt’s auch positive Seiten!) waren plötzlich alle Kurse der US-Unis online über Zoom. Das war meine Gelegenheit! Mittlerweile habe ich nun also 3 Semester in Harvard hinter mir und großartige Kurse besucht. Mein erster Kurs war tatsächlich Neuroanatomie. Schon immer hatte ich verstehen wollen, wie das Gehirn funktioniert und was es mit der MS genau auf sich hat.


Es war einfach großartig! Wir haben gelernt, wie das Gehirn aufgebaut ist und wie es funktioniert. Spätestens allerdings, als der Professor aus einem Eimer auf seinem Schreibtisch ein echtes menschliches Gehirn gepackt hat und begann dieses zu zerschneiden, war ich aber dann doch froh, dass ich nicht live vor Ort war. Es war ein unglaublicher Kurs und mein Ziel habe ich erreicht. Ich kann jetzt MRT Bilder einigermaßen deuten und verstehen, was T2 flair, axial, oder juxtakortikal ist.


Brain Health

Mein nächstes Projekt, also der folgende Kurs, war dann „Brain Health & Performance“ („Gehirngesundheit & Leistung“). Da dieser Kurs gerade für Menschen, die mit MS leben, von größter Relevanz ist, möchte ich gern an dieser Stelle einige Inhalte teilen.

Ganz grundsätzlich muss man vorwegnehmen, dass unser Gehirn zu jeder Zeit, sowohl als Baby, als auch im fortgeschrittenen Alter, in der Lage ist zu lernen. Unser Gehirn ist „plastisch“, d.h. es kann jederzeit neue Verbindungen erstellen und sich so der Umwelt und den Anforderungen anpassen. Nutzen wir unser Gehirn, wird es sich entsprechend anpassen. Nutzen wir unsere Fähigkeiten nicht, werden diese über die Zeit verloren gehen.

Nun liegt es an uns und unserem Lebensstil, welche Voraussetzungen wir für unser Gehirn schaffen, damit es optimal arbeiten kann und möglichst „plastisch“ agieren kann.

Einige unser Lebensstilentscheidungen haben schädlichen Einfluss auf unser Gehirn, andere hingegen sind unserer Gehirngesundheit zuträglich. Hierzu nur eine sehr erschreckende Zahl: Mehr als 30% der Demenz-Fälle in den USA sind auf schädliche Lebensgewohnheiten zurückzuführen!


Das mal besser lassen…

Ohne jetzt ins Detail zu gehen, dürfte eigentlich klar sein, dass Zigaretten und Drogen aller Art dem Gehirn schaden. Raucher haben sogar physisch ein dünneren Kortex, d.h. je länger geraucht wurde, umso geringer die Dicke des Kortex. Was das für die Leistungsfähigkeit des Gehirns bedeutet können Sie sich denken.

Fehlende oder zu geringe soziale Kontakte können auch physisch messbare Einflüsse auf das Gehirn und seine Leistung haben, genauso wie zu viel Stress oder eine zu geringe Stress Resilienz.

Dazu gibt es Faktoren der Ernährung, die dem Gehirn schaden können. Auch Fettleibigkeit hat negative Auswirkungen auf das Gehirn und seine Leistung.

Schließlich braucht unser Gehirn Bewegung. Führen wir ein Leben auf der Couch oder auf dem Schreibtischstuhl, hat das nachweisbar negative Effekte auf die Gehirngesundheit.


Stattdessen hier aktiv werden…

Schaut man sich nun an, welche Faktoren unserer Gehirngesundheit zuträglich sind, stößt man ganz schnell auf Sport! Unser Gehirn liebt und braucht Bewegung, um gesund zu sein.

Dazu braucht es den passenden Treibstoff. Am liebsten mag unser Gehirn eine breite Auswahl an natürlichen vollwertigen Lebensmitteln. Gerade auch grünes Blattgemüse und Beeren sind der Gehirngesundheit zuträglich. Ebenfalls wichtig sind mehrfach ungesättigte Fettsäuren, wie u.a. Omega 3, was sich in Algen, Fischen, Nüssen oder Saaten finden.

Darüber hinaus brauchen wir Methoden, um mit Stress umzugehen, eine Resilienz aufzubauen. Eine Möglichkeit, die zusätzlich unserem Wohlbefinden dienlich ist, sind Meditationen, Achtsamkeit, Yoga, QiGong oder ähnliches.

Ganz wichtig ist auch geistig immer am Ball zu bleiben! Stimulieren Sie ihr Gehirn, in dem Sie immer etwas Neues lernen. Vielleicht findet sich eine Möglichkeit mit anderen Menschen gemeinsam etwas Neues anzugehen. Wie wäre es mit Tanzen? Oder eine neue Sprache lernen?

Und schon hat man mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Man ist geistig aktiv, gleichzeitig sozial aktiv und treibt eventuell noch Sport.

Gehirngesundheit für alle! 😊

Schließlich ist es wichtig, auf unsere gesamte körperliche Gesundheit zu achten. Bluthochdruck etwa oder erhöhte Blutfettwerte schaden unserem Gehirn sowohl kurzfristig als auch langfristig. Sollten daher Erkrankungen wie Diabetes oder des Herzkreislaufsystems vorliegen, sollte man diese behandeln.

Die wichtigste Botschaft allerdings bleibt: Wir können selbst etwas tun! – We are in charge!


Wie ist das für MS relevant?

Da nun das zentrale Nervensystem der Schauplatz der MS ist, ist es natürlich naheliegend, dass unsere Gehirngesundheit von größter Relevanz ist. Schaffen wir es durch unseren Lebensstil unser Gehirn nicht zu schädigen und dazu unser Gehirn mit allem zu versorgen, was es braucht, sind wir optimal vorbereitet auf den Fall von Schädigungen.

Unser Gehirn kann durch die Eigenschaft der „Neuroplastizität“ auch durch Läsionen verursachte Einschränkungen wieder beseitigen oder umgehen.

Kurzum, es ist möglich, mittels seines Lebensstiles einen Einfluss sowohl auf den Verlauf der Erkrankung zu nehmen als auch auf eine mögliche Remission!


Details? Mehr!!

Mittlerweile nähert sich mein Buch dem Ende. Alles was ich die letzten Monate noch zusätzlich gelernt habe, wird aufgenommen und im Detail erklärt.

Ich erkläre einfach verständlich, was es auf sich hat mit der Neuroplastizität und wie etwa der optimale Schlaf für Gehirngesundheit aussieht.



Ganz liebe Grüße und alles Gute,


Claudia

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